GRI Inhaltsindex

GRI 101: Grundlagen 2016

Bei der Erstellung des vorliegenden Berichts wurden die in GRI 101 definierten Prinzipien der Berichterstattung eingehalten.

GRI 102: Allgemeine Angaben 2016

Die Liste der erfolgten allgemeinen Angaben basiert auf einer Erstellung des Berichts in Übereinstimmung mit der Option «Kern».

1. Organisationsprofil

SFS Group AG (SFS)

SFS ist ein weltweit führendes Unternehmen für mechanische Befestigungssysteme und Präzisionskomponenten. Die SFS Group AG umfasst die drei Segmente Engineered Components, Fastening Systems und Distribution & Logistics, welche die entsprechenden Geschäftsmodelle repräsentieren. Im Segment Engineered Components agiert SFS als Entwicklungs- und Herstellpartner für kundenspezifische Präzisionsformteile, Befestigungslösungen und Baugruppen. Im Markt tritt Engineered Components mit den vier Divisionen Automotive, Electronics, Industrial und Medical auf. Das Segment Fastening Systems, bestehend aus den zwei Divisionen Construction und Riveting, entwickelt, produziert und vertreibt anwendungsoptimierte mechanische Befestigungssysteme. SFS ist mit beiden Segmenten attraktiv positioniert und im Hinblick auf Endmärkte und Regionen breit abgestützt. Ihren Umsatz erzeugen beide Segmente vorrangig in den Regionen Schweiz, Europa, Amerika und Asien (vgl. Geschäftsbericht 2020, Märkte). Im Segment Distribution & Logistics ist SFS ein führender Partner für Befestiger, Werkzeuge, Beschläge sowie innovative Logistiklösungen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. Die Produkte und Dienstleistungen sind in den für sie bestimmten Märkten ohne Einschränkungen zugelassen; sie werden nicht diskutiert oder von Stakeholdern infrage gestellt.

Geschäftsbericht 2020, S. 13, «SFS in Kürze»

SFS Group AG
Rosenbergsaustrasse 8
9435 Heerbrugg
Schweiz

Die SFS Group ist weltweit in 26 Ländern mit mehr als 100 Vertriebs- und Produktionsstandorten präsent.

Zur Übersicht der Standorte

Die SFS Group AG ist eine Aktiengesellschaft (AG) nach Schweizer Recht.

Vgl. Geschäftsbericht 2020, Corporate Governance

Engineered Components (EC)
Im Segment EC werden Präzisionsformteile und Sonderschrauben entwickelt, produziert und verkauft. Als Spezialist der Kaltmassivumformung, Tiefziehtechnik, Kunststoff-Spritzgiesstechnik und Präzisionszerspanung berät Engineered Components ihre Partner bei der Entwicklung kundenoptimierter und einbaufertiger Teile. Die Fokussierung auf ausgewählte Kundensegmente stellt das notwendige hohe Anwendungs-Know-how in der Entwicklung und Beratung der Key Accounts sicher. EC nimmt in den angewandten Technologien und den Industrien, in denen sie tätig ist – Automotive, Industrial, Electronics und Medical – wie auch in den Märkten Europa, Asien und Amerika, in denen sie ihre Kunden beliefert, eine führende Position ein.

Fastening Systems (FS)
Das Segment FS umfasst die mechanischen Befestigungssysteme der Verschraubungstechnik und Blindniettechnik. In der eigenen Herstellung der Befestiger und Blindnieten kommen die Kaltmassivumformung und die dazugehörigen Nachbearbeitungen zum Einsatz. Um den Verarbeitungskomfort sowie die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bei ihren Kunden, die vorrangig aus der Bau- und Automobilindustrie stammen, zu erhöhen, beinhaltet das breite Sortiment Setzgeräte und -werkzeuge. Dank einem weltweiten Netzwerk von lokalen Vertriebsgesellschaften gelangen die anwendungsorientierten Produkte rasch an die Verarbeitungsorte und werden so vorrangig in Europa und Amerika vertrieben.

Distribution & Logistics (D&L)
Das Segment D&L ist ein national führender Lieferpartner von Schrauben, Werkzeugen und Beschlägen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. Es beliefert Industriekunden, das Handwerk und Gewerbe, den Fachhandel sowie die Grossverteiler und Baumärkte. Mit internationaler Beschaffungskompetenz und innovativen, marktgerechten Sortimenten sowie einem kompetenten Beratungsteam pflegt Distribution & Logistics intensive Kundennähe. Es erbringt massgeschneiderte Logistikdienstleistungen und steigert so die Wertschöpfung der Kunden.

Corporate
Der Bereich «Corporate» setzt sich aus den Funktionen Technology, Corporate Services und Corporate IT & Finance zusammen. Diese erbringen Dienstleistungen für die Segmente EC, FS und D&L in einer Querschnittsfunktion. Der Bereich Technology stellt in den Produktionswerken den Technology- und Know-how-Transfer sicher. Verfahren, Prozesse und Best Practices werden ausgetauscht und weiterentwickelt. Eine einheitliche Investitionspolitik und ein spezialisierter Maschinenbau für den Eigenbedarf runden das Profil ab. In den Sparten Corporate Services und Corporate IT & Finance werden segmentübergreifende Dienstleistungen in den Bereichen Informationstechnologie, Finanzen, Personalwesen, Kommunikation sowie weitere Unternehmensfunktionen wahrgenommen.

Für weiterführende Informationen zur Umsatzverteilung nach Regionen und Endmärkten: Vgl. Geschäftsbericht 2020, Märkte

i.
Gesamtanzahl der Angestellten: 10ʼ692 FTE per 31.12.2020, vgl. auch Geschäftsbericht 2020, Key Takeaways

ii.
Gesamtanzahl der Betriebe per 31.12.2020: 115 Vertriebs- und Produktionsstandorte

iii./iv.
Nettoumsatz und Gesamtkapital, unterteilt in Fremd- und Eigenkapital: Vgl. finanzielle Übersicht aus dem Geschäftsbericht 2020 sowie den Finanzbericht 2020

v.
Anzahl der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen

Die Anzahl der angegebenen Produkte entsprechen der Verkaufsmenge jeweils zum Ende des Kalenderjahres.

Kalenderjahr 2018 2019 2020
Segment Komponenten (in Mio.) Komponenten (in Mio.) Komponenten (in Mio.)
Engineered Components Dritte 28'594.6 27'944.0 28'875.2
Fastening Systems Dritte 5'202.3 5'932.6 5'956.1
Distribution & Logistics Dritte 1'037.7 987.4 947.8
Gesamtergebnis Dritte 34'834.5 34’864.0 35'779.1

Die «Mitarbeiterzahl total» entspricht jeweils den Mitarbeiterzahlen wie im Finanzbericht publiziert. Die Spalte «Total in GRI berichtet» entspricht 85% der «Mitarbeiterzahl total» (2019: 88%). Angaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr. Der Abdeckungsgrad liegt unter 100%, da die Daten der in den letzten vier Jahren akquirierten Unternehmen nicht vollständig erfasst sind.

Tabelle a) Mitarbeiterstruktur nach Geschlecht und Anstellungsverhältnis
Männlich Weiblich Total
Anstellungsverhältnis
unbefristet
6'085
(6'209)
2'243
(2'206)
8'328
(8'415)
Anstellungsverhältnis
befristet
34
(45)
29
(48)
63
(93)
Total in GRI berichtet 6'119
(6'254)
2'272
(2'254)
8'391
(8'508)
Mitarbeiterzahl total 31.12.2020 9'797
(9'790)
 
Tabelle b) Mitarbeiterstruktur nach Regionen und Anstellungsverhältnis
Amerika Asien Europa Schweiz Total
Anstellungsverhältnis
unbefristet
653
(686)
3'142
(3'149)
2'094
(2'089)
2'439
(2'491)
8'328
(8'415)
Anstellungsverhältnis
befristet
0
(0)
0
(0)
63
(93)
0
(0)
63
(93)
Total in GRI berichtet 653
(686)
3'142
(3'149)
2'157
(2'182)
2'439
(2'491)
8'391
(8'508)
Mitarbeiterzahl total 31.12.2020 9'797
(9'790)
 
Tabelle c) Mitarbeiterstruktur nach Geschlecht und Beschäftigungsgrad
Männlich Weiblich Total
Anstellungsverhältnis
Vollzeit
5'927
(6'072)
1'957
(1'962)
7'884
(8'034)
Anstellungsverhältnis
Teilzeit
192
(194)
315
(280)
507
(474)
Total in GRI berichtet 6'119
(6'266)
2'272
(2'242)
8'391
(8'508)
Mitarbeiterzahl total 31.12.2020 9'797
(9'790)
 

Der überwiegende Anteil der Tätigkeiten für die SFS Group wird von Mitarbeitenden erbracht, die bei der SFS Group angestellt sind.

Die Beschaffungsorganisation oder Materialwirtschaft der SFS Group ist unterteilt in sieben Divisionen, welche die Beschaffung der Bereiche fachlich führen.

Die Beschaffung innerhalb der SFS Group ist dezentral organisiert und bei den einzelnen Divisionen angesiedelt. Dies ermöglicht eine optimale Ausrichtung auf die Bedürfnisse der jeweiligen Division. SFS unterhält ein weltweites Beschaffungsnetzwerk mit Fokus auf Europa, Asien und Amerika. Die einzelnen Divisionen beschaffen hier sowohl lokal wie global Materialien und Rohstoffe. Die Entscheidung, von wo Rohstoffe bzw. Materialien bezogen werden, ist abhängig von Kriterien wie z. B. Verfügbarkeit, Transportwegen, Risiko und Wirtschaftlichkeit sowie der Einhaltung der UN-Global-Compact-Richtlinien durch Lieferanten (vgl. UN Global Compact). So können z. B. bei Drähten Sonderspezifikationen importiert werden, wenn diese lokal nicht verfügbar sind, oder zwecks Risikoreduktion das Beschaffungsvolumen eines Produkts auf zwei oder mehrere Lieferanten verteilt werden. Die Koordination der gruppenweiten Einkaufsaktivitäten erfolgt durch die entsprechende Peer Group sowie über das Supplier Relationsship Management System.

Die SFS Group unterscheidet dabei sieben Hauptwarengruppen:
WOM Wire and other Materials (Drähte und andere Materialien)
FC Finished Components (Fertigteile, Handelsgüter)
OCE Oil, Chemistry/Energy (Öle, Chemie, Energie)
Tools Tools (Produktionswerkzeuge)
ME Machines & Equipment (Maschinen & Ausrüstung)
PACK Packing Material (Verpackungsmaterial)
SP Service Provider (Dienstleistungen)

Die SFS Group wählt ihre Lieferanten nach einheitlichen Standards aus, welche im Qualitätshandbuch festgehalten sind. Diese beinhalten u. a. qualitative Vorgaben, die Implementierung eines Codes of Conduct und Lieferantenaudits. Hier gilt, dass der Lieferant entweder unseren Code of Conduct unterschreibt oder mit der Zustimmung zum QMA (Quality Management Agreement, BMS → G177, § 12) bestätigt, dass er die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen einhält resp. auf unser Verlangen nachweist, dass ein Code of Conduct in seinem Unternehmen implementiert ist.

Bei Kleinlieferanten, die aus Nichtrisikoländern stammen und vor allem im Segment D&L vorkommen, ist der Code of Conduct aktuell (noch) nicht flächendeckend umgesetzt.

Die Überprüfung der Einhaltung des Codes of Conduct bzw. die Durchführung der Lieferantenüberprüfung findet zunächst zu Beginn der Zusammenarbeit statt. Anschliessend erfolgt, je nach Risikoeinschätzung des jeweiligen Lieferanten und Einordnung seiner strategischen Bedeutung, jährlich bzw. alle zwei Jahre eine erneute Prüfung oder ein entsprechendes Audit. Diese Audits können situationsbedingt auch ausserplanmässig durchgeführt werden.

Das gesamte Lieferantennetzwerk umfasst rund 6’500 Lieferanten. SFS bezog ihre Werkstoffe, Waren und Materialien im Berichtsjahr aus folgenden Ländern:

  • Europa: 57 % (Vj. 58%)
  • Asien: 37 % (Vj. 35%)
  • Amerika: 6 % (Vj. 7%)

Das weltweite Beschaffungsvolumen betrug per 31.12.2020 über CHF 600 Mio.

Strategie durch COVID-19-Pandemie auf die Probe gestellt
Die COVID-19-Pandemie stellte die Geschäftsstrategie hinsichtlich ihrer Effektivität und Nachhaltigkeit auf den Prüfstand. Die strategische Ausrichtung hat sich dabei als robust und richtig erwiesen:

  • Die Auswirkungen der Pandemie stellte auch die Lieferfähigkeit von SFS vor grosse Herausforderungen. Während es zu Beginn der Pandemie darum ging, die Materialverfügbarkeit besonders aus Risikogebieten sicherzustellen und die Sicherheit bzw. Gesundheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten, kam es im zweiten Quartal aufgrund des Nachfrageeinbruchs in den meisten Divisionen zu einer enormen Verschiebung der Bestellungen und Bestellmengen. Mit dem dritten Quartal setzte auch die Erholungsphase ein und es galt die Bedarfsmengen erneut anzupassen. Bis heute sind die Hauptwarengruppen die SFS bezieht teilweise von massiv höheren Lieferzeiten betroffen. Dies führt zu einem hohen Preisdruck und bedingt eine vorrauschauende Planung unseres Einkaufs, um so weiterhin die pünktliche Lieferfähigkeit bei unseren Kunden sicherstellen zu können.
  • Die Nähe zum Kunden ist für SFS zur erfolgreichen Umsetzung der Value Proposition essenziell. Wir verfolgen im Sinne der «Local-for-Local»-Strategie den kontinuierlichen Aufbau einer globalen Entwicklungs- und Produktionsplattform. SFS und ihre Kunden profitieren in diesem Zusammenhang von einer hohen Liefersicherheit, die aufgrund von kurzen und robusten Lieferketten realisiert werden kann.
  • Dank der balancierten Ausrichtung auf unterschiedliche Regionen, Endmärkte und Vertriebskanäle federte SFS die Folgen des Nachfrageeinbruchs erfolgreich ab.
  • Mit dem verstärkten Fokus auf die Medizinaltechnik – einen weltweit wachsenden Markt – positioniert sich SFS attraktiv für die Zukunft.
  • Dank der guten Ertragskraft und der soliden Bilanz hat das Unternehmen die Kraft, auch in der Krise eine langfristig ausgerichtete Strategie zu implementieren und die damit verbundenen Investitionen zu tätigen.

Aufgrund dieser Erkenntnisse sieht sich SFS bestärkt, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen.

Globale Entwicklungs- und Produktionsplattform kontinuierlich erweitert:

1 Know-how im Bereich Tiefziehtechnik durch die Übernahme von T&M ausgebaut
Die wirtschaftliche Globalisierung ist ein wichtiger Trend für SFS. Mit der globalen Entwicklungs- und Produktionsplattform ist SFS strategisch gut aufgestellt. Dadurch ermöglichen wir insbesondere unseren internationalen Kunden die lokale Betreuung und Realisierung von Projekten.

Neben dem organischen Wachstum sind Akquisitionen für die Entwicklung der SFS Group wichtig. Mit gezielten Übernahmen erschliessen wir neue Märkte, Kunden und Anwendungen und schaffen damit die Basis für zusätzliches organisches Wachstum. Dabei steht nicht die Übernahme grosser Unternehmen im Vordergrund, sondern die Verstärkung unserer Leistungsfähigkeit durch gut positionierte kleinere und mittlere Unternehmen mit Bluechip-Kunden, attraktiven Produkten, erfahrenem Management und nachhaltiger Profitabilität. Mit der Übernahme von Truelove & Maclean (T&M) setzte SFS ihre «Local-for-Local»-Strategie weiter konsequent um und erweiterte die bestehende Entwicklungs- und Produktionsplattform in Nordamerika um die Tiefziehtechnik. T&M, mit Hauptsitz in Watertown, Connecticut, ist ein führender Anbieter tiefgezogener Komponenten, vorrangig für Kunden aus der Automobilindustrie. Das Unternehmen erzielte 2019 mit etwa 110 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund USD 36 Mio. Dank dieser Übernahme können Kunden zukünftig lokal mit Tiefziehkomponenten beliefert werden.

2 Basis für nachhaltiges Wachstum in der Medizinaltechnik geschaffen
Die demografischen Veränderungen unserer Gesellschaft beeinflussen das Konsumverhalten in den Bereichen Gesundheit und Wellness. Hier bietet SFS den OEMs in der Medizinal- und Dentalbranche innovative und zukunftsgerichtete Lösungen für eine Vielzahl von Anwendungen an. Als Value-Engineering-Spezialist mit langjähriger Erfahrung in der Industrialisierung von Produkten und Prozessen schafft SFS dabei für den Kunden erheblichen Mehrwert.

Die anhaltend gute Nachfrage, die fortgesetzte Wachstumsdynamik der SFS Group sowie das Kundenbedürfnis nach Partnern mit globalen Fertigungsmöglichkeiten sind die Entscheidungsbasis zum Aufbau einer globalen Fertigungsplattform für Medizinaltechnik-Anwendungen. Durch den Einbezug weiterer Standorte der SFS Group werden zukünftig neben Kunden in Nordamerika auch Kunden in Europa und Asien lokal unter der Marke Tegra Medical mit Leistungen für die Medizinaltechnik bedient.

Damit werden alle bestehenden Aktivitäten für die Medizinaltechnik, welche bisher in den Divisionen Medical und Industrial erbracht wurden, unter der Marke Tegra Medical gebündelt.

3 Leistungsspektrum für Fassadenbefestiger in Deutschland ausgebaut
Bei der Befestigungstechnik für hochwertige Gebäudefassaden baute SFS mit der Übernahme der MBE Moderne Befestigungselemente GmbH ihr Angebot aus und erweiterte den Marktzugang in Zentraleuropa. MBE, ein führender Anbieter von lackierten Befestigern für hochwertige Gebäudefassaden, erzielte im Jahr 2019 mit knapp 70 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund EUR 10 Mio.

4 Kapazitäten für Neuprojekte im Bereich Automotive schaffen
SFS positioniert sich seit Jahren erfolgreich als Entwicklungspartner für Kunden der Automobilindustrie. Innovationstreiber sind die Trends zu mehr Komfort, verbesserter Sicherheit und erhöhter Effizienz und übergeordnet zum autonomen Fahren. Die damit einhergehende Elektrifizierung der Fahrzeuge, welche auch für die Bremssysteme gilt, ist ein vielversprechendes Wachstumsfeld, von dem SFS profitiert. Mit der erfolgreichen Akquisition von Neuprojekten für Baugruppen, die in elektrischen Bremssystemen zum Einsatz kommen, schafft SFS die Basis für weiteres Wachstum. Um die akquirierten Kundenprojekte realisieren zu können, investiert das Unternehmen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten und damit den Bau einer zusätzlichen Produktionshalle am Standort Heerbrugg (Schweiz). Das Investitionsvolumen für das Gebäude beträgt rund CHF 25–30 Mio. Die Bauarbeiten wurden Anfang 2021 gestartet.

Verantwortungsvolles Management gelebt
Am 1. Januar 2020 übernahm Iso Raunjak die Leitung des Segments Distribution & Logistics von Josef Zünd, der nach 49 erfolgreichen Jahren bei SFS im März 2020 in Pension ging. Nachdem J. Mark King auf den 1. August 2020 die Leitung der Division Medical abgegeben und in den Ruhestand getreten ist, führte Jens Breu, CEO der SFS Group, die Division Medical vorübergehend. Im Zusammenhang mit dem Entscheid zur Schaffung einer globalen Fertigungsplattform im Bereich der Medizinaltechnik hat Walter Kobler, Leiter der Division Industrial und langjähriges Mitglied der Konzernleitung, per 1. Januar 2021 zusätzlich die Leitung der Division Medical übernommen.

Im Sinne einer frühzeitigen und verantwortungsvollen Planung wählte der Verwaltungsrat der SFS Group bereits Ende April 2020 Volker Dostmann zum Nachfolger von Rolf Frei als CFO. Volker Dostmann verstärkt seit 1. November 2020 das Group Executive Board und hat die Funktion des CFO anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom 22. April 2021 übernommen. Seit der Übergabe der CFO-Funktion unterstützt Rolf Frei das Unternehmen bis zu seiner ordentlichen Pensionierung bei ausgewählten strategischen Projekten.

An der Generalversammlung 2021 hat der Verwaltungsrat der SFS Group die Zuwahl von Manuela Suter, CFO und Mitglied der Konzernleitung von Bucher Industries, beantragt. Aufgrund ihrer mehrjährigen Erfahrung in multidivisionalen, internationalen und börsenkotierten Industrieunternehmen erachtet der Verwaltungsrat die Zuwahl als eine wertvolle Ergänzung des Gremiums und freut sich, dass der Antrag von den Aktionären mit grosser Mehrheit angenommen wurde.

SFS handelt heute vorausschauend für morgen und nimmt ihre wirtschaftliche, ökologische und soziale Verantwortung wahr. Damit steigert sie nicht nur langfristig den Wert des Unternehmens, sie trägt mit ihren zukunftsweisenden Lösungen auch zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.

Der Vorsorgeansatz oder das Vorsorgeprinzip spielt für SFS eine wichtige Rolle und ist deshalb auch im Leitbild und im Verhaltenskodex verankert. Unter Nachhaltigkeit versteht SFS eine angemessene Balance zwischen wirtschaft­lichem Erfolg, ökologischem Handeln und sozialgesellschaftlicher Verantwortung unter Berück­sichtigung der Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen. Diese Haltung ist Ausdruck der gelebten Partnerschaft mit den verschiedenen Anspruchsgruppen. Die Anwendung des Vorsorgeansatzes dient aber auch der Reduzierung oder Vermeidung nega­tiver Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt, die durch das Unternehmen entstanden sind oder entstehen könnten. Über die Grundsätze des Umweltmanagements hinaus unterstützt SFS die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens wie z. B. die Erderwärmung auf unter 2 bzw. 1.5 Grad Celsius zu begrenzen. Konkret strebt SFS bis 2030 eine Reduktion der CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) um ≥90% an (gemessen als Tonne CO2 pro Wertschöpfungsfranken). Bis 2040 soll die Reduktion der CO2-Emissionen um ≥90% für die gesamte Lieferkette (Scope 3) erfolgen (gemessen als Tonne CO2 pro Wertschöpfungsfranken; siehe auch Grafik zur Roadmap).

Die Konzernleitung und der Verwaltungsrat beurteilen regelmässig die wichtigsten Geschäftsrisiken der SFS Group. Mindestens einmal im Jahr wird eine umfassende Risikobeurteilung durchgeführt, in der die relevanten Risiken systematisch nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenspotenzial klassifiziert werden. Auch im Berichtsjahr wurden erneut potenzielle Risiken und die Möglichkeiten zu deren Eingrenzung diskutiert. Der Fokus lag dabei auf Risiken aus dem Bereich der Nachhaltigkeit (wie z.B. Klimaveränderungen), Datenverlust und eingeschränkter Betriebstätigkeit aufgrund von Cyberattacken, Investitionsrisiken bei Grossprojekten, Lieferverzögerungen infolge des Pandemieausbruchs, Risiken bei akquirierten Unternehmen, Gewährleistungsrisiken aufgrund von Rückrufaktionen, Abhängigkeit von der globalen Wirtschaftslage sowie Risiken betreffend Compliance und Währungsschwankungen.

Durch verschiedene interne Audits und Inspektionen der eigenen Betriebe sowie durch externe Audits von Kunden und Zertifizierungsstellen an den einzelnen Standorten schafft SFS Transparenz, verfolgt einen präventiven Ansatz und nimmt kontinuierlich Verbesserungen vor.

Dazu gehört auch die regelmässige Lieferantenbewertung, um bzgl. der jeweiligen Lieferkette Risiken frühzeitig identifizieren und geeignete Massnahmen einleiten zu können. Dazu gehört ebenfalls die Einhaltung der Norm ISO 9001 und, wo gefordert, der Normen ISO 14001 und ISO 45001.

Um Innovationen, neue Geschäftsfelder und das Thema Nachhaltigkeit stetig weiterentwickeln zu können, verfolgt SFS ausserdem ein breit verankertes Ideenmanagement. Hier setzt das Unternehmen auch gezielt auf die Ergänzung der internen Ideen und Erkenntnisse durch den Einbezug externer Spezialisten.

Die SFS Group AG hat im Berichtsjahr folgende Initiativen unterstützt, weiterentwickelt oder sich ihnen angeschlossen.

  • GRI
  • UN Global Compact

Als Teil der Übernahme unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung engagiert sich SFS auch in verschiedenen Verbänden und Interessengruppen. Hier ist SFS wie folgt aktiv:

SFS ist bei den oben genannten Verbänden und Interessengruppen, mit Ausnahme von Swissmem, aktives Mitglied und unterstützt die Organisation sowohl in personeller als auch finanzieller Hinsicht.

2. Strategie
3. Ethik und Integrität

Der SFS Verhaltenskodex und das SFS Leitbild sind breit abgestützt und wurden unter Einbezug verschiedener Stakeholder durch die Konzernleitung erarbeitet und vom Verwaltungsrat genehmigt. Beide Dokumente werden allen neuen Mitarbeitenden mit auf den Weg gegeben. Zum Verhaltenskodex findet ausserdem alle zwei Jahre eine Schulung für alle SFS Mitarbeitenden statt. Auch in Führungsworkshops sind das Leitbild und der Verhaltenskodex fest integriert. Durch die Publikation des Verhaltenskodex inklusive eines erläuternden Dokuments auf der SFS Group Webseite steht der Kodex internen sowie externen Stakeholdern in Deutsch und Englisch zur Verfügung. Das Leitbild und der Verhaltenskodex wurden ausserdem in zwölf Sprachen, die das Unternehmen aufgrund ihrer Mitarbeitenden und Geschäftspartner am häufigsten verwendet, übersetzt und ist diesen Stakeholdern als Print oder digitales Dokument zugänglich.

SFS Verhaltenskodex

SFS Leitbild

4. Unternehmensführung

Verwaltungsrat und Konzernleitung messen einer wirksamen Corporate Governance eine sehr grosse Bedeutung zu. Im Interesse der Aktionäre, Kunden, Lieferanten, weiteren Geschäftspartner und Mitarbeitenden schaffen die Grundsätze der Unternehmensführung die notwendige Transparenz und ein ausgewogenes Verhältnis von Führung und Kontrolle.

Dabei folgt SFS den Richtlinien der SIX Swiss Exchange AG.

 

Verantwortlichkeiten im Bereich der Nachhaltigkeit klar geregelt
Die nachhaltige Entwicklung von SFS ist ein zentrales Anliegen. Der CEO befasst sich zusammen mit dem gesamten Group Executive Board regelmässig mit der Thematik, setzt die Prioritäten und überprüft die Fortschritte. Im Auftrag des Group Executive Boards koordiniert und konsolidiert ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Vertretern der Bereiche Umwelt und Sicherheit, Compliance sowie HR und Kommunikation, die verschiedenen Nachhaltigkeitsaktivitäten. Aufgrund der unterschiedlichen Charakteristika und um eine möglichst hohe Effektivität zu erreichen, obliegt die konkrete Ausgestaltung der Aktivitäten den jeweiligen Managementteams der Divisionen. Das Thema Nachhaltigkeit wird, wo es möglich ist, mit standardisierten Kennzahlen in die regulären Managementprozesse und ‑reports integriert.

5. Einbindung von Stakeholdern

Die wichtigsten Anspruchsgruppen von SFS sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Aktionäre
  • Finanzanalysten/Investoren
  • Finanz- und Wirtschaftsmedien
  • Hochschulen/Bildungseinrichtungen
  • Kunden
  • Lieferanten
  • Lokale Gemeinden, Kanton
  • Mitarbeitende
  • Mitbewerber
  • SFS Management
  • SFS Verwaltungsrat

Zum Ende des Berichtsjahres waren ca. ein Viertel aller Mitarbeitenden tarifgebunden. In der Schweiz und den USA liegt keine Tarifgebundenheit vor.

Die unter GRI 102-40 genannten Stakeholder sind im Rahmen des Stakeholderdialogs als wichtig identifiziert worden, da sie mindestens eines von zwei Kriterien erfüllen: Entweder beeinflusst die Stakeholdergruppe stark die ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Leistung von SFS und/oder die Stakeholdergruppe ist stark von der ökonomischen, ökologischen oder gesellschaftlichen Leistung von SFS betroffen.

Der Einbezug der wichtigsten Stakeholder ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Geschäftspraktiken und der Schlüssel zur Erfassung von Meinungen und Erkenntnissen aus dem gesamten Unternehmen und seinem Umfeld. Da sich SFS bei ihrer Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2016 an Kunden und Lieferanten aus dem Segment Engineered Components gewandt hat, wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse von 2019, neben den unter GRI 102-40 aufgeführten Stakeholdergruppen, Kunden und Lieferanten aus dem Segment D&L befragt. Da entschieden worden ist, den Dialog im Sinne einer Wesentlichkeitsanalyse alle zwei Jahre durchzuführen, wurde im 2020 keine neue Wesentlichkeitsanalyse realisiert.

Um die identifizierten Stakeholdergruppen möglichst ganzheitlich einbeziehen zu können, plant SFS für die nächste Wesentlichkeitsanalyse im 2021, sich auf folgende Stakeholdergruppen zu fokussieren:

  • Kunden und Lieferanten aus dem Segment Fastening Systems
  • Hochschulen/Bildungseinrichtungen
  • Lokale Finanz- und Wirtschaftsmedien
  • Lokale Gemeinden in der Schweiz sowie teilweise international (die internationalen Standorte entscheiden hier eigenständig über die Intensität ihres lokalen Engagements)

Im Berichtsjahr führte SFS im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse eine umfangreiche Umfrage, Experteninterviews und eine entsprechende Analyse mit den identifizierten Stakeholdergruppen durch (vgl. GRI 102-40 und GRI 102-42). Dabei wurde die von GRI definierte Übersicht von 33 nachhaltigen Themen, die sechs Dimensionen zugeordnet sind, als Basis für die Gestaltung der Umfrage herangezogen. Die einbezogenen Stakeholder und Stakeholdergruppen hatten im ersten Schritt die Aufgabe, aus den 33 Themen die für sie relevantesten im Hinblick auf die ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Leistung von SFS auszuwählen oder, falls nicht vorhanden, eigene Themen zu nennen. Diese ausgewählten Themen wurden im zweiten Schritt von den Stakeholdern gemäss ihrem Wirkungsgrad (gering, mittel oder gross) gewichtet. Eine finale Konsolidierung, Analyse und Priorisierung der Ergebnisse ergab die neue Wesentlichkeitsmatrix.

Ausserhalb der Wesentlichkeitsanalyse führt SFS einen laufenden Dialog mit ihren Stakeholdergruppen in folgender Form:

Mitarbeitende

  • Regelmässige Mitarbeiterumfragen (z. B. Swiss Arbeitgeber Award)
  • Quartalsinformationen
  • MbO

Kunden

  • SFS Aussendienstmitarbeiter, technische Berater und Key Account Manager stehen im täglichen Austausch mit unseren Kunden.
  • In den 29 HandwerkStadt Filialen werden unsere Kunden schweizweit von unserem professionellen Verkaufsteam beraten und können ihr Feedback eins zu eins übermitteln.
  • Kundenzufriedenheitsanalysen: Jede Division hat vor dem Hintergrund der neu implementierten Group-Guideline ihre bestehenden Ansätze zur Messung der Kundenzufriedenheit überprüft und ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Aufgrund der unterschiedlichen Kundensegmente variieren die divisionalen Konzepte. Die Mittel zur Messung der Kundenzufriedenheit reichen von einer Scorecard, wie sie die Division Automotive verwendet, bis zu Onlineumfragen,

Hochschulen/Bildungseinrichtungen

  • Kooperationen mit diversen Hochschulen und Bildungseinrichtungen hinsichtlich Innovationen und technologischer Entwicklungen

Finanzanalysten/Investoren

  • Regelmässige Conference Calls, bilaterale Gespräche, Investorentage (alle zwei Jahre), Konferenzen und Roadshows durch CEO, CFO, Head of Corporate Services und Head of Corporate Development and Investor Relations

Finanz- und Wirtschaftsmedien

  • Regelmässige bilaterale Gespräche und Interviews sowie die jährliche Medienkonferenz mit den für SFS relevanten Medien

Lieferanten

  • Erstkontakt im Rahmen des Bewertungsverfahrens und der Implementierung des Verhaltenskodex für Lieferanten
  • Regelmässige Gespräche zwischen SFS Einkäufern und Lieferanten
  • Regelmässige Audits (bzgl. Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit)

Lokale Gemeinden

  • Tag der offenen Tür an verschiedenen Produktionsstandorten
  • Einladung zur Generalversammlung

Im Berichtsjahr wurden folgende wichtigen Anliegen durch die Anspruchsgruppen geäussert:

  • (Kunden, Analystengespräche) Haltung und Massnahmen des Unternehmens im Bereich der Nachhaltigkeit (inkl. zukünftiger Ziele und KPIs bzgl. Emissionsreduktionen) → Im Dezember 2020 wurde eine Roadmap für den Umweltbereich verabschiedet, um so zukünftig die produzierten Emissionen kontinuierlich und mit messbaren Zielen verknüpft reduzieren zu können. Konkret bedeutet dies, dass SFS für Scope 1 und 2 eine Reduktion der CO2 -Emissionen um ≥90% bis 2030 (gemessen als Tonne CO2 pro Wertschöpfungsfranken) anstrebt. Bis 2040 soll auch die Reduktion der CO2 -Emissionen um mehr als 90% für Scope 3 erfolgen. Ansatzpunkte sind hier die Reduktion der eigenen Emissionen, der Einkauf von Strom aus erneuerbaren Quellen sowie der eigene Ausbau von nachhaltig erzeugtem Strom. Darüber hinaus werden wir im 2021 auch Möglichkeiten evaluieren, wie wir unsere Lieferkette bestmöglich in den Prozess des nachhaltigen Handelns integrieren können.
  • (Mitarbeitende) Gesundheitsschutz im Rahmen von COVID-19 → An allen Standorten wurden Schutzkonzepte implementiert, welche sich nach den Vorgaben der jeweiligen Behörden richteten. Best Practices wurden innerhalb der Organisation ausgetauscht.
  • (Medien) Dividendenauszahlung trotz Kurzarbeit/COVID-19 → Die vom Verwaltungsrat beantragte Ausschüttung von CHF 1.80 je Aktie wurde von den Aktionären für das Geschäftsjahr 2020 genehmigt. Die Höhe der Dividende bleibt damit im Vergleich zum Vorjahr unverändert; im letzten Jahr wurde die Dividende bereits als Zeichen der Solidarität mit dem Unternehmen und den Mitarbeitenden während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie im Vergleich zur Auszahlung 2019 um 10% reduziert.
  • (Schulen, Eltern, potenzielle Bewerber/ Berufseinsteiger) Berufsinformationsmöglichkeit trotz Corona-Beschränkungen → Anpassung der Angebote im Berufswahlprozess aufgrund der COVID-Situation (z.B. SFS Insights: eine Berufsinformationsveranstaltung, die gemäss den gültigen Corona-Regeln am Hauptstandort in der Schweiz realisiert wurde)
  • (Mitarbeitende) Generelle und dauerhafte Möglichkeit von Homeoffice → Im 2020 hat SFS eine Regelung zur generellen Homeoffice-Möglichkeit verabschiedet, die im 2021 implementiert wird (dies gilt für alle Standorte in der Schweiz).
  • (Medien) Möglichkeit für Aktionäre, ihre Anliegen trotz nicht physisch durchgeführter Generalversammlung, zu äussern → Gestützt auf Art. 27 der bundesrätlichen Verordnung 3 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19-Verordnung 3) hat der Verwaltungsrat für die Teilnahme an der Generalversammlung vom 22. April 2021 die schriftliche oder elektronische Stimmabgabe und Vollmachterteilung an den unabhängigen Stimmrechtsvertreter angeordnet. Den Aktionären wurde zusammen mit dem Versand der Einladung die Möglichkeit gegeben, ihre Fragen, Anliegen und Feedbacks per E-Mail oder postalisch an SFS zu richten, um so mit uns in einen Dialog treten zu können.

6. Vorgehensweise bei der Berichtsstattung

Der umfassende Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses ( vgl. u. a. Finanzbericht 2020, S. 90–92) ist nicht bei allen Nachhaltigkeitskennzahlen angewendet worden. Ein abweichender Abdeckungsgrad wird jeweils bei den einzelnen Indikatoren offengelegt.

Unterschieden wird bei SFS zwischen dem Konsolidierungskreis zur Erhebung der Nachhaltigkeitskennzahlen und dem Konsolidierungskreis zur Bestimmung der entsprechenden ISO-Zertifizierungen der Standorte. Um Aufwand und Leistung/Ertrag zu vereinbaren, erfolgen Standortzertifizierungen an allen Produktionsstandorten mit mehr als 50 Mitarbeitenden, bei denen die Beteiligung von SFS ≥50% ist. Zur Erhebung der Nachhaltigkeitskennzahlen werden auch «Nichtproduktionsstandorte» wie z. B. die Distributions- und Logistikzentren einbezogen. Ziel ist es, bis 2025 alle wesentlichen Standorte einzubeziehen. Um diese zu bestimmen, wird im gleichen Zeitraum eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt.

SFS orientiert sich seit 2016 an den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Seit 2019 orientiert sich SFS bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung an den GRI-Standards (Option «Kern»). Ausgangspunkt dafür ist eine umfassend durchgeführte Wesentlichkeitsanalyse auf Basis des in den GRI-Standards beschriebenen Vorgehens sowie der in den GRI-Standards behandelten Themen. Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen und damit verbundene Massnahmen wurden im Zeitraum von 2016–2018 im integrierten Nachhaltigkeitsbericht kompakt dargestellt.

Wesentlich sind ausserdem die Prinzipien des UN Global Compact, zu deren Einhaltung sich SFS seit 2010 verpflichtet hat. Die Fortschritte werden jährlich im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht dargestellt (vgl: Link zu UN Global Compact). Als Mitglied des UN Global Compact bekennt sich SFS zu den Sustainable Development Goals (SDGs) und priorisiert hier aktuell vier Ziele: SDG 4 – Hochwertige Bildung, SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 12 – Verantwortungsvoller Konsum und nachhaltige Produktion sowie SDG 13 – Massnahmen zum Klimaschutz. Diese Priorisierung spiegelt sich in den durch die Materialitätsanalyse von 2019 identifizierten wesentlichen Themen wider: Wirtschaftliche Leistung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Aus- und Weiterbildung, Emissionsreduktion sowie Sozioökonomische Compliance. SFS unterstützt damit nicht nur die Einhaltung der Prinzipien des UN Global Compact, sondern leistet auch einen Beitrag, um die SDGs bis 2030 bestmöglich zu realisieren.

2016 wurde im Rahmen von Workshops mit Konzernleitungsmitgliedern sowie weiteren internen und externen Stakeholdergruppen eine erste Wesentlichkeitsanalyse entwickelt und von der Konzernleitung freigegeben. Im Zuge der Umstellung auf die GRI-Standards (Option «Kern») im 2019 und der Entscheidung, den Nachhaltigkeitsbericht zukünftig losgelöst vom Geschäftsbericht zu publizieren, wurde die Wesentlichkeitsmatrix von 2016 gemäss den von der GRI vorgegebenen Standards aktualisiert. Dadurch wurden einige der bisher wesentlichen Themen zusammengeführt, einige fielen weg und andere haben sich verschoben bzw. höhere/tiefere Priorität erhalten. Die identifizierten SDGs geben zusammen mit den in der Wesentlichkeitsmatrix bestimmten Themen die primären Stossrichtungen für die Nachhaltigkeitsstra­tegie und damit auch die kurz- bis mittelfristige Unternehmensstrategie von SFS vor. Alle weiteren in der Matrix aufgeführten Themen werden zwar als wichtig erachtet, wurden aber aus Prioritätsgründen nicht weiter fokussiert vorangetrieben. SFS strebt in diesem Zusammenhang an, die Wesentlichkeitsanalyse alle zwei Jahre durchzuführen und die Matrix entsprechend zu aktualisieren. Die nächste Wesentlichkeitsanalyse findet im 2021 statt und wird im 2022 publiziert (siehe auch GRI 102-42).

  • GRI 201: Wirtschaftliche Leistung
  • GRI 305: Emissionen
  • GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
  • GRI 404: Aus- und Weiterbildung
  • GRI 419: Sozioökonomische Compliance

Im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht gibt es mit Ausnahme der Informationen unter GRI 102-10 keine weiteren Neudarstellungen von Informationen gegenüber dem Vorjahr.

Im Berichtsjahr haben sich keine wesentlichen Veränderungen bei der Berichterstattung ergeben. Gestützt auf die zehn Prinzipien des UN Global Compact adressiert SFS folgende Sustainable Development Goals (SDGs): SDG 4 – Hochwertige Bildung, SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 12 – Verantwortungsvoller Konsum und nachhaltige Produktion sowie SDG 13 – Massnahmen zum Klimaschutz. Diese Priorisierung spiegelt sich in den durch die Materialitätsanalyse von 2019 identifizierten wesentlichen Themen wider und leistet damit ihren Beitrag zu einer nachhaltigen globalen Entwicklung.

Der Berichtszeitraum ist jeweils das Kalenderjahr.

Der letzte Nachhaltigkeitsbericht gemäss den GRI-Standards (Option «Kern») wurde am 4. Juni 2020 veröffentlicht.

SFS wird jährlich zum Thema Nachhaltigkeit Bericht erstatten.

Im Falle von Fragen zum Thema Nachhaltigkeit wenden Sie sich bitte an:

Claude Stadler
Head of Corporate Services, Member of the Group Executive Board

Yvonne Geiling
Lead Sustainability, Corporate Communications

SFS Group AG, Corporate Services
Rosenbergsaustrasse 8, CH-9435 Heerbrugg
T +41 71 72 75185
sustainability@sfs.biz

Dieser Bericht wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Standards, Option «Kern», erstellt.

Eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts liegt aktuell nicht vor.

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